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Klettersteige in der Brentagruppe 2006 - Ein Erlebnisbericht

Das Eldorado für Klettersteigfreunde

Schon 1992 wollten wir in die Brenta, um den berühmten Bocchetteweg zu gehen. Damals hatte sich Anfang Oktober ein Genua-Tief über dem Gebirge "festgefahren". Es waren 3 Tage Regenwetter vorhergesagt. Die Ausweichroute ging zum Wilden Kaiser, wo uns strahlender Sonnenschein empfing. Man sollte nicht zu spät im Herbst fahren, die Hütten schließen in der Regel am 20.09. das Wetter wird Ende September meist schlechter.

2006 klappte es endlich. Die Organisation stand und der Wetterbericht sagte am Sonnabend beste Bedingungen bis Mittwoch voraus. Es hielt sogar noch einen Tag länger.

 

1. Teil Madonna di Campiglio - Grostepaß - Tucketthütte

Sonntag, 10.09.2006           Anreise, Madonna di Campiglio, Seilbahn Funivia del Groste (1646m) - Grostepass (2446m) - Sentierio del Brentei, Nr 315 – Rifugio Tuckett (2272m)

 Nach einem frühen Aufstehen und Frühstück ging es 4 Uhr los und zügig über Chemnitz, Hof, Nürnberg, München bis zur Raststätte Irschenberg, wo uns strahlender Sonnenschein und ein Top-Voralpenpanorama empfing.

Blick von der Raststätte Irschenberg zum Wendelstein

Auch die weitere Fahrt durch das Inntal verlief zügig und nach der Europabrücke auf der Brennerautobahn lockte die Raststätte mit dem Europabrückendenkmal zu einem weiteren Stopp. Bei besten Sommerwetter grüßte der Serles (2710m) und die Gletscherberge des Stubaitales mit dem Zuckerhütl (3507m) voran die berghungrigen Enthusiasten.

Von der Brennerautobahn zur Serles (2710m) und zum Habicht

Die kleine Spitze etwa in Bildmitte ist das Zuckerhütl (3507m)

Das Wetter blieb auch bei der weiteren Fahrt über den Brenner und durch das Eisacktal perfekt. In Bozen-Süd ging es von der Autobahn runter, bis dahin waren mit dem „Pickerl“ für die Österreichautobahnen (7,50 €) insgesamt 22 € Maut zu zahlen. Mehrere Baustellen mit Fahrbahnerneuerung zeigten, dass auch an der Strecke gearbeitet werden muss.

Nach einem kurzen Stück auf der „MeBo“ Meran-Bozen-Autobahn ging es ab in Richtung Kaltern und in großen Serpentinen den Mendelpass hinauf. (12 Uhr) Oben befindet sich neben der Bergstation der Standseilbahn eine Hotelsiedlung, früher ein Luftkurort. Eine Oldtimerparade war gerade im Gange und bei einem Besuch der Bergstation der Mendelbahn konnte man sich mit der 100jährigen Geschichte der Bahn und des Luftkurortes bekannt machen.

Blick vom Mendelpass über Kaltern zu Schlern und Rosengarten in den Dolomiten

Villa Camille aus der guten alten Zeit, als der Mendelpass ein Kurort war, in der Persönlichkeiten wie Karl May und der italienische König Umberto III. zu Gast waren

Die Weiterfahrt durch das Hochland mit den Orten Fondo, Ponale verlief über eine kurvenreiche Straße und ist sehr zeitaufwendig. Schneller ist da offenbar die Anfahrt über Trento und die südliche Route.

Nach dem Mendel: In der Ferne ist die Brenta schon zu sehen, die Strecke ist aber sehr kurvenreich und zeitaufwendig.

Wir folgten den Hinweisen zum Passo Tonale, an jedem Kilometer steht hier ein Schild mit der Entfernung zum Pass und zum nächsten Ort. Die Strasse verläuft über Fondo und Mule, es folgten viele kleine Bergdörfer. Endlich zweigte die Bergstraße nach Madonna de Campiglio ab. Steil ging es nach oben, es folgt ein flaches Hochtal bis der PassoCampo Carlo Magno (1683m) erreicht ist.  Die Straße fällt wieder leicht bergab, vorbei an versteut liegenden Hotelanlagen in einer offenen Berglandschaft, bis überraschend die Talstation „Funivia del Groste“ auftauchte (1646m). Halt, hier sind wir richtig, bei der Parkgebühr verschlägt es uns fast den Atem: 31 € für 4 Tage, kann das sein? Letztlich gibt es keine andere Lösung, ringsherum wird abgeschleppt, damit ist uns auch nicht gedient, wir zahlen also. Beim Packen der Tourenausrüstung und der Verpflegung stellen wir fest, dass der Rucksack etwas zu klein geraten ist und überlegen noch zweimal, bis wir das Minimum an Ausrüstung und Verplegung (was sich nach 3 Tagen immer noch als zuviel herausstellt) gefunden haben und mit einem kleinen Extrabeutel zur Seilbahn losziehen. 8 € für eine Auffahrt zum Grostepass (2446m) sind uns angesichts der Parkgebühren nicht zu teuer und schon fahren wir los (15 Uhr).

Talstation der Grosteseilbahn von Madonna de Campiglio zum Grostepass (1646m - 2443m)

Nach geruhsamer 30 Minütiger Fahrt angekommen gehen wir zum Pass und genießen das tolle Panorama, die Dolomiten, der Mendelpass und das in den letzten Stunden befahrene Hochland breiten sich unter uns aus.

Vom Grostepass (2443m) zum Alpenhauptkamm im Norden mit den Ötztaler Alpen

Am Weg zur Tuckethütte

Eine kleine Mahlzeit ist fällig und wir beratschlagen, was noch tourenmäßig möglich ist (15.30 Uhr). Der Höhenweg über die Brenta beginnt hier mit dem Benniniklettersteig, allerdings sind 4,5 Stunden bis zur nächsten Hütte einzuplanen. Wir entscheiden uns für die westliche Umgehung des ersten Abschnittes, dem Sentierio del Brentei, Nr 315 und gelangen nach einem kleinen Umweg über den Gipfel an dem Passo-Groste-Sessellift gegen 19 Uhr an der Tuckethütte (2272m) an. Da wir schon am Pass ausgiebig gegessen haben, genehmigen wir uns hier nur die Übernachtung und ein Bier für insgesamt 15 €.

Abendlicher Blick zur Bocco del Tuckett (2648m)

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JGL 17.11.2006