Reiseberichte 2007 Dolomiten Der Plattkofel 2958m Die Marmolada 3343m Der Pößnecker Steig
Piz Boe 3152m Punta Anna 2731m Links Impressum Gästebuch

Dolomiten 2007

Eine anstrengende Tourenwoche rund um die Sella

3. Teil: Über den Pößnecker Steig auf den Sella Stock

Donnerstag 13.09.2007: In den kalten Pößnecker Steig

Wir hatten im Rifugio Sella des Club Alpino Italiano übernachtet und gönnten uns ein ausgiebiges Frühstück. Die Nacht hatten war hier oben in 2200m kalt gewesen und wir hatten im Matratzenlager trotz dicker Decken gefroren. Das Bezahlen der Übernachtung dauerte lange, weil niemand kassieren konnte. Gegen 9.30 Uhr ging es endlich los. Direkt vom Sellapaß führt der Weg 649 unterhalb der Sellatürm zum Einstieg des Steiges auf der Westseite des Sellastockes. Nach dem Einstieg geht es richtig zur Sache: Steile Felsrippen und ein Kamin führen mit aller Kraft nach oben und ich spüre, dass mich diese langsam verläßt. Nach ca. 250 Höhenmetern ist der erste Teil der Kletterei zu Ende und es geht über Schrofen zu einem großen Plateau. Ein riesiger Absatz, bis zum 500m breit umgibt in ca. 2600m Höhe den Sellastock. Für uns die Gelegenheit zu einer ausgiebigen Rast hoch über dem Sellapaß und der Steinernen Stadt, die sich unterhalb des Langkofels ausbreitet. Gegen 11 Uhr ging es weiter über unschwierige Kletterpassagen auf das Sellaplateau, welches wir am Piz de Selva (2941m) erreichten. Der Blick über die karge Hochfläche hat etwas wüstenhaftes an sich. Wir blicken über 20 km2 Felslandschaft bis zum Piz Boe (3152m). Plötzlich poltert es am Piz Boe, große Brocken schießen den Berg hinunter und eine Staubwolke erhebt sich langsam. Aufgrund der Entfernung schätzen wir die Größe auf ca. 3-5m Durchmesser, das Krachen ist auf dem gesamten Plateau zu hören. Wir gehen den Weg 649 weiter und erreichen den Piz Miara 2965m mit einem riesigen Gipfelkreuz. Er ist als Fixpunkt des Sellastockes in Wolkenstein und dem ganzen Grödnertal sichtbar. Hier genießen wir die Ruhe und Erhabenheit der großen Höhe und rasten ausgiebig. Später kommen wir an mehreren Abstiegen vorbei, ehe wir nach einem kurzen Anstieg die Bamberger Hütte 2873m (das Rifugio Boe) erreichen. Unmittelbar neben der Hütte beobachten wir Gämsen, der Wirt kennt sie schon. Ein großartiger Sonnenuntergang beschließt diesen Tag und wir genießen das leckere Essen auf der Hütte.
 

BU


 

JGL 12.11.2007