Reiseberichte 2007 Dolomiten Der Plattkofel 2958m Die Marmolada 3343m Der Pößnecker Steig
Piz Boe 3152m Punta Anna 2731m Links Impressum Gästebuch

Dolomiten 2007

Eine anstrengende Tourenwoche rund um die Sella

4. Teil: Auf den Piz Boe 3152m und über den Vallon Steig hinab

Freitag 14.09.2007: Der höchste Gipfel der Sella

Nach einem ausgiebigen Frühstück steigen wir an der steilen Westwand des Piz Boe in Serpentinen bergauf. Ein von der Erosion gezeichnete Rinne ist mit Stahlseilen gesichert, der Weg muss ständig unterhalten werden. Wir erreichen den Gipfel gegen 10 Uhr und genießen den erhabenen Rundblick über ein Meer von Bergen, vom Alpenhauptkamm im Norden bis zu den Fleimstaler Alpen kurz vor Venedig. Im Westen reicht der Blick bis zur Brenta- und Adamellogruppe, im Südosten sind die Julischen Alpen zu erkennen. Zwei junge Burschen betreiben die Capanna Fassa, eine kleine gemütliche Hütte auf dem Gipfel. Sie gewährt bis zu 20 Leuten Unterkunft auf dem Gipfel eines 3000ers. Plötzlich wurde es laut und der Versorgungshubschrauber kämpfte sich aus dem Tal nach oben. Die hochgestellten Stühle flogen mit Krachen herrunter und der Heli warf nach kurzer Einweisung seine Last ab und nahm einen großen Sack Abfällen mit ins Tal. Kurz darauf war wieder Ruhe und die konnte man richtig genießen, denn in dieser frühen Stunde sind nur wenige Besucher auf dem Gipfel. Nach einer Stunde machten wir uns auf dem Weg. Er führt zunächst über den Grat zu einem ca. 500m entfernten und nur unwesentlichen Nebengipfel, der Eisseespitze 3009m. Einige kurze Passagen sind mit Drahtseilen gesichert. Der Weg folgt dem Grat, welcher jetzt aber deutlich an Höhe verliert. Bald ist eine Scharte erreicht und ein Abzweig führt nach links über den.... zur Boehütte und zur Piscaduhütte. Der Normalweg hält sich rechts eines kleinen Rückens, der sich jenseits der Scharte aufbaut. Wir halten uns an der linken Seite des Rückens, wo eine deutliche Wegspur in Richtung Vallon führt. Es folgt eine weitere kleine Scharte an der wir Steinböcke beobachten können. Bald ist auch der Eissee auf 2833m Höhen erreicht. Er liegt etwas abseits der Trasse, lässt sich aber durch einen kleinen Umweg problemlos erreichen. Im Wasser stehen dichte grüne Algen. Die Sonne strahlt in den See und gibt der Landschaft einen großartigen Rahmen. Der weitere Abstieg erfolgt in großen Stufen. Der zweite See ist kleiner und liegt direkt vor der Steilstufe des Vallon-Klettersteiges in einem großen Kar. Wir seilen uns an und beginnen mit dem steilen Abstieg, der zuerst sehr luftig in die Tiefe führt. Im Zuge einer Querung muss eine Hängebrücke überquert werden, sie führt an einem kleinen Wasserfall vorbei. Auch sonst sind die Felsen nass oder mit einem Eispanzer überzogen. Der Steig liegt an einer Nordwand und ist fast immer im Schatten. Kurz nach der Hängebrücke kommen uns tschechische Bergsteiger entgegen. Sie führen einen Hund mit der zwar ordnungsgemäß angeseilt ist, sich aber häufig zitternd vor Angst und Kälte an sein Herrchen wendet. Gefährlich wird die nächste Passage, weil der Weg ein abfallendes Band entlangführt und infolge der Nässe und des nächtlichen Frostes mit einem dicken Eispanzer überzogen ist. Teilweise sind solche Passage ohne Seilsicherung zu meistern. Endlich ist das letzte Seil erreicht und wir können die Gurte ablegen. Durch ein großes Felstal erreichen wir das Rifugio Franz Kostner al Vallon auf 2541m. Ein Kaffee stärkt uns. Da der Sessellift erst 14 Uhr wieder fährt, bummeln wir noch kurz zu einem großen Felsvorsprung, dem ..., wo der Blick hinunter zum Campolonga Sattel reicht. Nach der Talfahrt mit dem Sessekkift steigen wir am Crep de Mont in die große Gondel ein und erreichen Corvara in Badia. Bald sitzen wir im Bus nach Wolkenstein und nach einer langen Fahrt sind wir wieder am Ausgangsort, dem Sellapass angelangt. Wir fahren über den Pordoipaß nach Arabba und durchBuchenstein. Bald geht ein Abzweig nach Links zum Lagazouipaß hinauf. Unterweg sehen wir auf der linken Seite eine große Burg aufragen, haben aber keine Zeit, um Genaueres zu erkunden. Wir erreichen den Paß und wollen am kleinen Lagazoui übernachten, das Hotel hat aber geschlossen. In Cortina de Ampezzo bekommen wir schließlich ein Zimmer im Hotel Baresi, direkt neben der Gondelbahn auf die Tofane. Abends erfahren wir vom Wirt, dass die Bahn Revision hat und mann zum Einstieg nach .... fahren soll. Wir planen also unsere nächste Tour um.

BU


 

JGL 12.11.2007