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Rumänien 2005

Die Transfogarascher Hochstraße

Am 20. September 1974 wurde nach 4,5 jähriger Bauzeit die Nationalstraße 7C eröffnet, auch Transfogarascher Hochstraße genannt. Sie zweigt 40 Kilometer hinter Hermannstadt Richtung Kronstadt von der Nationalstraße 1 nach rechts ab, windet sich - je höher desto atemberaubender die Serpentinen - das Balea-Tal hinauf, unterquert zwischen dem Paltinu- und dem Gemsensattel in 2.042 Metern Höhe das Hochgebirge durch einen 887 Meter langen Tunnel und führt auf die Südseite der Karpaten, am Vidraru-Stausee vorbei nach Curtea de Arges.

Die Transfogarascher Hochstraße führt mitten durch die Bergwelt des Fogarascher Gebirges, dem alpinsten Teil der Südkarpaten. Der Reiz liegt weniger in der Höhe (der höchste Gipfel erreicht nur 2543m) sondern in der Steilheit, der Unzugänglichkeit und der Erhabenheit der Landschaft. Ein ca. 70 km langer, in Ost-West-Richtung verlaufender Hauptkamm sendet nach Norden kurze, schroffe Grate aus, die steil in das parallel zum Hauptkamm verlaufende breite Olttal abfallen. Zwischen diesen Graten bilden sich tiefe Täler und Schluchten aus.

Im Gegensatz dazu sind die Südausläufer lange, flache Bergrücken mit ausgedehnten Almen, die bis zu 50 km lang werden.

Traditionell wird der Hauptkamm als Mehrtagestour begangen. Die Übernachtung erfolgt meist im eigenen Zelt, da die wenigen Berghütten meist sehr weit unten liegen.

Bei eastern-Images findet man eine Umfassende Beschreibung des Gebirges inklusive der Wanderouten über den Hauptkamm.

Der Hauptkamm des Fogarascher Gebirges aus dem Flugzeug. Deutlich erkennbar die Wolkenbildung über den kurzen, Steilabfallenden nördlichen Seitenkämmen

Zunächst fuhr ich nach Victoria, wo ich eine Allee suchte, welche einen beeindruckende Blick auf den zentralen Teil des Fogaraschers Gebirges mit dem Vistea Mare (2434m) gestattet. Diesen Blick von einer Straße in Victoria wollte ich mit eigenen Augen sehen. Leider spielte das Wetter nicht mit und der Schnee liegt nur bis zum Mai.

Straße in Victoria

Bei langen Recherchen stieß ich auf dieses Bild mit einer genialen Farbkomposition:

Der zentrale Teil des Fogarascher Gebirges von Norden

Victoria: die griechisch-orthodoxe Kirche

Da das Wetter an diesem Tag wechselhaft war, konnte nur eine bescheidene Aufnahme machen. Wiederholt fällt die ordinäre Luftverkabelung störend ins Auge.

Über Victoria erhebt sich der zentrale Teil des Fogarascher Gebirges, hier leider in Wolken

Im weiteren Verlauf kam ich zur eigentlichen Fogarascher Hochstraße. Langsam ansteigend erreicht man den Gebirgsfuß, welcher unvermittelt aus der breiten Talmulde des Olt aufragt.

In Cirtisoara beginnt die Transfogarascher Hochstraße

Die Straße führt am linken Hang oberhalb des Balea-Wasserfalls vorbei...

...um danach in unzähligen Serpentinen zum Baleasee anzusteigen

Unvermittelt ziehen Wolken das Tal hinauf

Die Baleaseehütte

Die Baleaseehütte wird von Siebenbürger Sachsen betrieben, näheres hier

Die Straße erreichte zunächst leicht ansteigend den Fuß des Gebirges, windet sich in mehreren Serpentinen hinauf und führt am Balea-Wasserfall vorbei. Er liegt in 1200m Höhen und fällt 60m tief in eine Schlucht. Am Pass angekommen, fallen zuerst die zahlreichen Bauern und Händler auf, welche den Sonntag nutzen, ein paar selbst erzeugte Waren (Obst, Gemüse, Backwaren) abzusetzen. Auch ein riesigen Schneefeld lockte an diesem Augusttag zum rutschen. Zwei Hütten befinden sich am Baleasee, zum einen Cabana Paltinu, das ehemalige Jagdhaus von Ceaucescu. Im Sprisesaal hängen noch einige Jagdtrophäen. Viel bekannter ist aber die nach einem Brand Neuerrichtete Cabana Balea Lac, welche von der Familie Klingeis erfolgreich betrieben wird. Im Wasser des Balea Lac spiegelt spiegelt sich ein Schneefeld.

Selbst im August findet man hier in 2052m Höhe noch Schneefelder

Das schneereiche Frühjahr bescherte 2005 große Altschneefelder neben der Transfogarascher Hochstraße

Blumenpracht im Hochgebirge

Der Baleasee 2052m mit der Cabana Balea Lac

Bei der Weiterfahrt passiert man zunächst einen dunklen, nassen 887m langen Tunnel und ist auf der Südseite des Gebirges. Hier nutzt die Straße ein Seitental, um den notwendigen Höhenunterschied zu erzielen. Man passiert einen großen Wasserfall und erreicht schließlich ein Gasthaus.

Auf der Südseite sieht man die scharfen Zacken eines Nebengrates

Ein Wasserfall direkt an der Fogarascher Hochstraße

Ein Berghütte im rumänischen Stil unter dem Arpasu Mic 2461m: die Cabana Paraul Capra in 1520m Höhe

Nach weiteren 10 km erreicht man den Vidrarusee, einen 14 km langen Stausee mit vielen Seitenarmen. An beiden Uferen führen Straßen entlang, die Fogarascher Hochstraße benutzt das östliche (in Fahrtrichtung linke) Ufer. Der See hat ein Volumen von 465 Millionen km Wasser und liegt 830m hoch.

Hier kann man einen Abstecher zu einer touristisch vollkommen unerschlossenen Burgruine machen, eine der möglichen Besitztümer des berühmt berüchtigten Fürsten Dracula.

Über dem Vidrarustausee (830m) und dem Negoi (2536m) leuchtet die Abendsonne in den Wolken

Rumänische Kunst: Am Vidrarustausee wird Strom erzeugt

Links zur Seite:

Ein ausführlicher Bericht zur Kammwanderung vom "Karpatenwilli"

Umfassende Infos zum Gebirge und eine Beschreibung der Kammtour bei eastern images

Hermannstädter Zeitung vom 30.10.1998 über den Sinn und Unsinn der Transfogarascher Hochstraße

Die Entwicklung der Dörfer am Fuß des Gebirges

Hütten am Baleasee: die Cabana Balea Lac und Cabana Paltinu

Die Cabana Paraul Capra

Infos, Fotos und Karten der Hochstraße gibt es in niederländisch mehr als in deutsch.

Karte von Rumänien

 

 

JGL 01.12.2006