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Stubaital 2006

Das Zuckerhütl, 3507m

Das Zuckerhütl ist mit 3507m der höchste Gipfel der Stubaier Alpen. Durch eine neue Gondelbahn der Gletscherbahngesellschaft ist es jetzt möglich, bis auf 3200m hinauf zu fahren und nur durch eine lange Querung (mit einigen Auf und Ab) zum Gipfel zu gelangen. Die früher üblichen langen Anstiege sind nicht mehr notwendig. Da wir die neue Route aber nicht kannten und auch keine große Erfahrung mit Gletschertouren hatten, vertrauten wir die Führung einem zuverlässigen Bergführer an. Bei etwas unsicheren Wetter ging es mit der Gletscherbahn 3 Sektionen bis zur Station Eisjoch auf 3200m hinauf. Es folgte ein leichter Abstieg und eine Querung. An der Endstation eines Schleppliftes vorbei führte der erste Anstieg durch einen kurzen Steilhang, dann querten wir zum Pfaffenjoch, 3212m. Der Weg führte dabei über Steinplatten, welche das Bergführer des Stubaitals in freiwilligen Einsätzen geschichtet hatten, um den Weg durch den  zerklüfteten Hang zu erleichtern.

Harald, unser Bergführer führt uns über die verschneiten Felsen zum Pfaffenjoch

Schweißtreibend ist der Anstieg über den Suzenauferner

Zwischenzeitlich wird es wolkenlos, ein Traum von Pulverschnee

Ein Tiefblick ins Stubaital, im Hintergrund liegt Neustift

Am Sattel seilten wir uns an, denn jetzt folgte der lange, querende Anstieg über den Sulzenauferner. Die Sonne stand schon hoch und so gestaltete sich der Anstieg sehr schweißtreibend. Am Pfaffensattel, 3332m, gab es eine kurze Rast, der Bergführer ging den Ausgeaperten Ostgrat vor und sicherte unseren Anstieg. Es sieht sehr steil aus, ist aber griffig und bei guten Wetter problemlos zu begehen. Das Wetter am Gipfel war zufrieden stellend, die Fernsicht beschränkte sich auf die Nachbargipfel.

Am steilen Gipfelanstieg sicherte der Bergführer

Der Ausgeaperte Ostgrat des Zuckerhütls

Der Klettersteig auf den aperen Pfaff

Beim Abstieg wählten wir eine andere Variante über den Sulzenaugletscher und die Lange Pfaffenleiter. Durch das Zurückgehen des Gletschers entstand eine große Randkluft, der ausgesetzte Aufstieg zu Pfaffenleiter wurde zwischenzeitlich durch einen kurzen Klettersteig entschärft. Oben auf dem Aperen Pfaff ging es auf leichtem Gehgelände weiter zum Abstieg zum Fernaugletscher. Hier war noch mal das Seil gefragt, denn es ging nahezu senkrecht nach unten. Zum Teil waren die feuchten Tritte sehr glatt. Unten vor dem Gletscher galt es noch einen Mutsprung zu absolvieren, die Kluft war über 10m tief. Der folgende Abstieg über den Fernaugletscher war ein Spaziergang.

Rückblick zum Gipfel

Eine Seilschaft steigt über den Sulzenauferner an

Spuren auf dem von tiefen Spalten durchsetzten Sulzenauferner

Beim Abstieg kommen wir an der Schaufelspitze vorbei, rechts die Stubaier Wildspitze

Wir trafen auf die Teile einer alten Zollhütte, die vor vielen Jahren oben am Sattel von einem Sturm geweht worden war. Über die Jahre wanderte sie mit dem Gletschereis mehrer Kilometer talwärts. Über das im Sommer wenig attraktive Skigebiet ging es steil bergab zur Dresdner Hütte. Hier merkt man schon, was man in den letzten Stunden geleistet hat. Entscheidend ist aber die Zufriedenheit über das Erreichte.

Das Zuckerhütl bei Wikipedia

Auf der Seite des benachbarten Becherhauses gibt es eine Menge Bilder vom Zuckerhütl

 

 

JGL 03.12.2006