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Abu Dhabi

Eine Skyline wie in Amerika, aber die Wüste ergrünt mitten in der Stadt

Abu Dhabi als Hauptstadt liegt auf einer Sandinsel und ist durch Brücken mit dem Festland verbunden. Sechsspurige Straßen und Hochhäuser prägen das Stadtbild. Die Stadt wurde erst in den letzten 30 Jahren nach dem Ölboom errichtet und bietet eine erstaunliche Skyline. Ich bezog ein Appartment mitten in der City und konnte am allabendlichen Hupkonzert (man hupt hier gern und bei jeder Gelegenheit) teilhaben. Der Blick aus dem Fenster war nicht sonderlich attraktiv, dafür konnte ich fußläufig im 10-Minuten-Umkreis ca. 200 Geschäfte erreichen, welche zumeist von Zugewanderten betrieben werden.

Der Blick aus meinem Fenster

Erstaunlicher Weise ist es hier so, dass bis zu 20 Läden nebeneinander liegen und das gleiche Sortiment (z. Bsp. Schuhe) anbieten, in Deutschland wären max. zwei Läden übrig. Lebensmittel bekommt man hier an jeder Ecke, zumeist kleine Läden, welche der Besitzer selbst betreibt. Offenbar kauft der Familienklan des Betreibers nur dort ein, sodass der Besitzer von seiner Stammkundschaft leben kann. Die Neugebauten Hochhäuser, Banken und Hotels vermitteln einen hochmodernen Eindruck.

Nicht nur an der Uferstraße (Corniche) ragen Wolkenkratzer auf

Die emiratischen Stadtplaner haben eine Vorliebe für große Skulpturen und Symbole, welche weithin sichtbar auf großen Kreuzungen aufgestellt werden. Typisch sind dabei überdimensionale Kaffeekannen und Trinkgefäße als Symbole arabischer Gastfreundschaft. Aber auch ein aufgeschlagenes Buch wie in Sharjah sind möglich.

Typische Dekoration auf einem Kreisverkehr in Abu Dhabi

Wer nach historischen Gebäude oder gar bedeutenden Baudenkmälern sucht, wird in den Emiraten vergeblich unterwegs sein. Meist sind die strahlend weißen alten Gemäuer nach alten Aufzeichnungen wieder aufgebaut. Das Qasr al Hosn oder Al Husn Palast wurde von Scheich Shakbout al Nahyan 1793 über der ursprünglich einzigen Quelle der Insel errichtet und später überbaut.

Das Al Hosn Palace, Nachbau aus der Zeit der portugiesischen Eroberung im 16. Jh.

Dafür ist das Stadtbild durch große Grünanlagen aufgelockert. Diese geben vielen Menschen Arbeit, denn alle Pflanzungen müssen künstlich bewässert werden, es würde sonst nicht wachsen.

Parkanlage in Abu Dhabi

In der Ferne erscheint ein Palast, beim näher kommen ist man von der Größe überrascht. Der Scheich hat sich einen riesigen Palast gebaut. Falsch, dieser Palast ist ein Kempinski-Hotel, Eintritt und Shopping erwünscht!

Das Emerates Palast Hotel

Das Innere ist in einen goldenen Glanz getaucht.

Wer längere Zeit in einer Emiratischen Stadt lebt gewöhnt sich auch an den Ruf des Muezzien, welcher 5-mal am Tag die Gläubigen zum Gebet ruft, auch wenn sich der erste Gesang am frühen Morgen gegen 5 Uhr lautstarkt über der Stadt ertönt. In der heutigen Zeit übernehmen kräftige Lautsprecher die religiöse Aufgabe des Gebetsrufers, meist wird seine Stimme auch während des Gebetes nach außen übertragen.

Eine von Hunderten Moscheen in Abu Dhabi

Es gibt so viele Moscheen in den Emiraten, dass jeder Gläubige max. 500m laufen muss, um eine Moschee zu erreichen. Sie sind stets nach Mekka ausgerichtet. In Abu Dhabi stehen sie aus diesem Grund stets schräg zu den sonst rechtwinklig angeordneten Straßen und Gebäuden.

Für abendliche Unterhaltung und sportliche Abwechslung ist gesorgt, auch muss sich ein Europäer bei seinen Essgewohnheiten nicht umstellen.

Shoppingmall, Kino, Restaurant und Sportzentrum unter einem Dach. Unter der Glaskuppel haben vor allem Kinder ihren Spaß; in einem gekühlten Raum kann man das ganze Jahre eine Rodelparty auf dicken Reifen machen.

Die Emirate werden von mehreren Scheichs regiert, welche sich im Vorsitz regelmäßig abwechseln. Ein ordentliches Mass an an Personenkult ist unverkennbar, wie man an unten stehenden Plakat gut erkennen kann. Auch öffentliche Gebäude und beleuchtete Werbetafeln sind mit den bärtigen Gesichtern geschmückt.

Die "Väter" des Landes sind allgegenwärtig

Obwohl Abu Dhabi auf einer Insel liegt und nur durch zwei Brücken mit dem Festland verbunden ist, ist das Baden nur an wenigen Küstenabschnitten möglich. Die öffentlichen Strände sind ohne Duschen und Schattenplätze, dafür mit freien Eintritt. An den gut versorgten Hotelstränden sind happige Eintritte (bis 12 Euro) fällig. Das Wasser ist überall sauber und im Sommer so warm, das es keinerlei Abkühlung bringt; man "schwitzt" im Wasser weiter. Empfehlenswert ist eine Reise deshalb nur in der Herbst und Winterzeit, wenn sich die Lufttemperaturen bis auf max.35 bzw.30 Grad erhitzen.Taucher und Schnorchler kommen nur an der Ostküste in Dibba und Khor Fakkan auf ihre Kosten, an der Westküste sind bestenfalls Fische zu beobachten, es gibt nur Sandstrände.

Öffentlicher Strand in Abu Dhabi, hier kann mit dem Auto bis auf den Sand gefahren werden.

In den letzten Jahren ist die Corniche (franz. Küstenstrasse) ausgebaut worden und bietet neben breiten Uferwegen auch zahlreiche Möglichkeiten der sportlichen Betätigung und Spielplätze.

Blick von der Corniche über die Skyline von Abu Dhabis

Auf geht´s nach Dubai, der nächsten Station.

 

JGL 03.11.2006