Reiseberichte 2008 Wallis Almageller Hütte Weissmies Europaweg
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Wallis 2008

Besteigung des Weismies, 4017m, Begehung des Europaweges Grächen - Zermatt

1. Weissmies - Anstieg über den alten Normalweg, Zustieg zur Almageller Hütter (2896m)
2. Überschreitung des Weissmies über den Südgrat und den Normalweg zur Weissmieshütte
3. Begehung des Europaweges zwischen Grächen und Zermatt

4. Europaweg von der Europahütte bis nach Zermatt

2. Teil

Der Wirt weckte gegen 4 Uhr. Nach dem Frühstück brachen wir gegen 4:40 auf. Eine Lichterkette von Stirnlampen wies uns den Weg, ca. 30 Tourengänger stiegen an diesem Tag nach oben. Nach einer Stunde wurde es hell und bald erreichten wir den Zwischenbergpaß (3268m). Zeit für eine Brotzeit und den Genuß der umliegenden 4000er, die im Morgenlicht glänzten. Im Südosten sind Teile des Lago Maggiore im morgendlichen Dunst zu erkennen.

Vom Zwischenbergpass aus: Die Berge der Berninagruppe leuten in der Morgensonne

30 min oberhalb des Zwischenbergpasses: Der Blick nach Süden zum Lago Maggiore

Das steile Schneefeld wird mit Steigeisen begangen

Lang geht es bergan bis der Felsgrat erreicht ist

Wir legten Gurte und Steigeisen an und stiegen ein langes steiles Schneefeld hinauf. Hier machten erstmals die dünne Luft und die ungenügende konditionelle Vorbereitung bemerkbar. Immer öfter mußten kleine Pausen eingelegt werden. Wir erreichten den Südgrat und stiegen die leichte II hinauf, zum Teil sehr luftig. Das Gestein war aber sehr fest und griffig. Bis jetzt war noch kein Anseilen notwendig.

Am oberen Ende des Felsgrates beginnt der Firngrat des Weissmies, welcher im weiteren Verlauf zu einem scharfen, sehr ausgesetzten Eisgrat wird. Hier muss angeseilt werden, Fehltritte sind hier lebensgefährlich. Gegen 10 Uhr erreichten wir den Gipfel mit einer umfassenden Rundsicht. Sie reicht vom Lago Maggiore über die 4000er des Monte Rosa Stockes bis zu Jungfrau, Mönch und Eiger. Im Süden reichte die Sicht bis in die Poebene. An besonders klaren Tagen soll mit einem Fernglas der Dom von Mailand zu sehen sein.

Leichte Kletterei im festen und griffigen Fels

Es folgt ein Firngrat, hier wird angeseilt

Zum Schluß wird es ein scharfer, ausgesetzter Grat, der äußerste Aufmerksamkeit erfordert.

Leider gab weder ein Gipfelkreuz noch ein Gipfelbuch, also wäre es nichts für die Kinder gewesen. Es wehte ein scharfer kalter Wind und man konnte sich auf der kleinen, schrägen Gipfelfläche kaum setzten. Wir stiegen über den Triftgletscher (Normalweg) ab und hatten nach 20 min ein erstes Steilstück überwunden. Nach einer flachen Passage folgte ein weiteres Steilstück, welches nicht enden wollte. Die Anstrengungen des Aufstieges steckten noch in den Knochen und der Abstieg wurde zur Qual. Etwa 600 Höhenmeter  unter dem Gipfel machten wir eine längere Pause. Hier war es wieder deutlich wärmer und wir genossen die Sonne und die Erhabenheit der Landschaft.

Wir stehen auf dem Gipfel des Weissmies! 4023m

Blick Richtung Westen zum Dom 4545m

Der Dom im Mittelpunkt der Mischabelgruppe

Das Bietschhorn (3934m) thont über dem Tal bei Visp

Abstieg über den Normalweg: Nach einem ersten Steilstück folgt ein flacher Abschnitt

und zum Schluß ein extrem steiles Stück des Triftgletschers

Die Spalten im Triftgletscher sind sehr breit und tief

Wir haben die Weissmieshütte erreicht.

 

Im weiteren Abstieg erreichten wir ein extremes Steilstück bei mittlerweile stark aufgeweichtem Schnee. Die Stufen waren nicht mehr benutzbar und wir mußten rückwärts mit Hilfe der Frontzacken absteigen. Kurz vor 14 Uhr war der matschige Gletscherspuk vorbei und wir hatten wieder festen Fels unter den Füßen. Nach einer weiteren Rast in der Sonne gingen wir über eine für die Zwecke des Skifahrens umgestaltete Landschaft zur Weissmieshütte. Überall verliefen Liftanlagen und Skipisten. Man müßte es eigentlich verteufeln, nur macht es unheimlich viel Spaß und ich fahre selbst jeden Winter eine Woche auf die Piste. Über uns liegt die Station Hohsaas (3101m). Wir erreichen die Weissmieshütte (2726m) und genießen die lukullischen Freuden der Zivilisation bei einem großem Bier. Der anstrengende Abstieg steckt allen in den Knochen und wir nutzen den Nachmittag zur Erhohlung.

Die Truppe neben der Weissmieshütte, im Hintergrund die Monte Rosa Gruppe

Weiter zum 3 Teil:
Begehung des Europaweges zwischen Grächen und Zermatt

JGL 18.10.2008